Kleine KI, großer Einblick / Studie zu Hyperschallflügen / Bakterien machen Fasern ‌ ‌ ‌ ‌ ‌ ‌ ‌ ‌ ‌ ‌ ‌ ‌ ‌ ‌ ‌ ‌ ‌ ‌ ‌ ‌ ‌ ‌ ‌ ‌ ‌ ‌ ‌ ‌ ‌ ‌  ‌ ‌ ‌ ‌ ‌ ‌ ‌ ‌ ‌ ‌ ‌ ‌ ‌ ‌ ‌ ‌ ‌ ‌ ‌ ‌ ‌ ‌ ‌ ‌ ‌ ‌ ‌ ‌ ‌ ‌  ‌ ‌ ‌ ‌ ‌ ‌ ‌ ‌ ‌ ‌ ‌ ‌ ‌ ‌ ‌ ‌ ‌ ‌ ‌ ‌ ‌ ‌ ‌ ‌ ‌ ‌ ‌ ‌ ‌ ‌  ‌ ‌ ‌ ‌ ‌ ‌ ‌ ‌ ‌ ‌ ‌ ‌ ‌ ‌ ‌ ‌ ‌ ‌ ‌ ‌ ‌ ‌ ‌ ‌ ‌ ‌ ‌ ‌ ‌ ‌  ‌ ‌ ‌ ‌ ‌ ‌ ‌ ‌ ‌ ‌ ‌ ‌ ‌ ‌ ‌ ‌ ‌ ‌ ‌ ‌ ‌ ‌ ‌ ‌ ‌ ‌ ‌ ‌ ‌ ‌
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Liebe Leserinnen & Leser,  
 
seit nunmehr drei Jahren fassen wir in diesem Newsletter die wichtigsten Themen aus dem Bereich Technologie und Wissenschaft zusammen. Das wollen wir auch in Zukunft tun, allerdings in veränderter Form. Deshalb nehmen wir uns eine Auszeit, um den Umbau bestmöglich umzusetzen. Im neuen Jahr geht es dann mit einem Facelift weiter. Solange verweise ich auf die Texte und Artikel auf unserer Website. 
 
Damit wünsche ich bereits heute ein gutes Restjahr und bis bald! 
 
Das große Thema dieses Weekly Briefings: ein kleines Sprachmodell, das tiefe Einblicke liefern soll. Außerdem: Hyperschallflüge und Bakterien, die Mode machen.

OpenAI öffnet die Black Box: Dieses KI-Modell zeigt, wie Sprachmodelle wirklich funktionieren

(Foto: Shutterstock / Evolf)  
 
Normalerweise sind die Sprachmodelle, die Firmen wie OpenAI vorstellen, immer größer und leistungsfähiger als die Vorangehenden. Nicht so im Fall von WST: Das neue experimentelle Sprachmodell, das unsere US-Kolleg:innen exklusiv vorab sehen konnten, glänzt nämlich nicht mit Leistung, sondern mit Transparenz. 
 
Worum es geht: 
Der experimentelle „Weight-Sparse Transformer“ ist weitaus kleiner und weniger leistungsfähig als marktführende KI-Modelle wie GPT-5. Dafür bietet es einen besseren Einblick in seine Funktionsweise, in die oft zitierte Black Box von künstlicher Intelligenz. 
 
Wie das funktioniert: 
Mit WST versucht OpenAI, die internen Mechanismen abzubilden, die Modelle bei der Durchführung verschiedener Aufgaben verwenden. Das neuronale Netzwerk erschafft während seines Trainings weitaus weniger Verbindungen, sondern wird gezwungen, Erlerntes in lokalisierten Clustern zu speichern. Es ist somit einfacher, seine Neuronen oder Neuronengruppen mit bestimmten Konzepten und Funktionen in Verbindung zu bringen, kurz: es zu verstehen. 
 
Was das bedeutet: 
Die sogenannte "mechanistische Interpretierbarkeit" ist ein zunehmend wichtiges Forschungsfeld in der KI-Branche. OpenAI hofft, durch die Untersuchung der Funktionsweise des experimentellen Modells mehr über die verborgenen Mechanismen größerer und besserer Versionen seiner Modelle zu erfahren. Denn jetzt, da Sprachmodelle immer mehr Aufgaben übernehmen, ist es vielleicht doch nicht so schlecht, hinter die Kulissen blicken zu können. 
 
Hier gibt es mehr Hintergründe zu WST.

Hyperschallflüge: Forscher zeigen, dass die Turbulenzen weniger stark sind, als gedacht 
 

Hyperschall, also Geschwindigkeiten von mehr als 6.000 Kilometern pro Stunde, kennen bislang vor allem Astronaut:innen. In der Luftfahrt gibt es zwar Versuchsflugzeuge, aber auch viele technische und physikalische Herausforderungen. Eine neue Studie will nun immerhin eine fast 60 Jahre alte Hypothese bestätigt haben, die der künftigen Entwicklung zugute kommen könnte. 
 
Worum es geht: 
In den Sechziger Jahren hatte Mark Morkovin die These aufgestellt, dass sich das Turbulenzverhalten bei Luftgeschwindigkeiten von Mach 5 oder Mach 6 nicht wesentlich von dem bei langsameren Geschwindigkeiten unterscheidet. Jetzt haben Forscher in einem selbstgebauten Windkanal Krypton-Atome markiert und per Laser überprüft, wie diese sich in einer mehr als steifen Brise verhalten. Überraschung: gar nicht mal so anders als bei einem lauen Lüftchen.  
 
Was das bedeutet: 
„Die Morkovin-Hypothese ermöglicht es uns, vereinfachende Annahmen zu treffen, sodass die rechnerischen Anforderungen für die Konstruktion von Hyperschallfahrzeugen besser zu bewältigen sind“, sagt der Studienleiter. Einem Hyperschallflug, der uns in zwei Stunden von Sydney nach Los Angeles bringt, steht somit eigentlich nichts mehr im Wege. Also fast nichts: außer die hundert anderen Herausforderungen, die eine Reisegeschwindigkeit von 6.000 Kilometer pro Stunde mit sich bringt.  
 
Mehr Details zur Studie gibt es hier.

Farbige, nachhaltige Mode: Diese Bakterien-WG produziert umweltfreundlich Zellulosefasern 

 
Man schätzt, dass die Modeindustrie zehn Prozent der weltweiten CO₂-Emissionen verursacht. Das ist deutlich mehr als der gesamte Schiffsverkehr. Forscher:innen suchen deshalb nach neuen Wegen, die Produktion umweltfreundlicher zu gestalten. Zum Beispiel mit einer Bakterien-WG. 
 
Worum es geht: 
Forscher:innen aus Südkorea haben zwei gentechnisch veränderte Bakterienarten vergesellschaftet, die gemeinsam dünne Zellulosefasern spinnen und zugleich färben. Packt man beide Arten in ein Glas oder einen Eimer, wächst nach einiger Zeit ein dunkelviolettes Fasernetzwerk. Auch andere Farbtöne sind denkbar, lediglich bei Rot hat das Team noch nicht die richtige Kombination gefunden. 
 
Was das bedeutet: 
Die Kombination aus Zellulose- und Farbstoffbakterien bedeutet, dass man keine zusätzlichen chemischen Färbemittel benötigt. Auch wächst der Rohstoff in diesem Fall nach, wodurch man keine synthetischen Fasern benötigt. Noch ist das Ernten und Reinigen der gefärbten Zellulose recht aufwendig, aber ein spannender Ansatz ist es in jedem Fall.  
 
Hier findest du unseren Bericht.

Funny Things aus dem Netz... 

Kleine Ablenkung vom Alltag gefällig? Das ging diese Woche durchs Internet, präsentiert von Social-Media-Managerin Aylin: 
 
+Dieser deutsche Künstler entwickelt lebendige Skulpturen aus Holz, Metall und Motoren. (Instagram)
+Stinktiere wären so niedliche Haustiere – wenn da nicht die Sache mit dem Geruch wäre. (Threads)
+Fotos von der Sonne sind sowieso schon faszinierend, aber dieses Detail hebt das Foto auf ein ganz anderes Level. (Instagram)
+Dieses interessante Dashboard verfolgt die 500 aktuell erfolgreichsten Musikkünstler der Welt. Fühlt sich noch jemand auf einmal so alt? (music.eduardlupu.com)
+Requisiten in Filmen und Serien müssen nicht nur echt aussehen – sondern vor allem auch leise sein. (YouTube)

Die Must-Reads der Woche 

Artikel, die Du vielleicht verpasst hast, sich aber lohnen, findet TR-Redakteurin Jenny: 
 
+ Tourismus: Es weihnachtet bald – auch in Rovaniemi, mit all seinen Auswirkungen. (taz.de) 
 
+ Künstliche Intelligenz: Dieser Autor hat mit neun Schauspieler:innen, Regisseur:innen und Kreativen gesprochen, wie sie den KI-Sturm erleben. (understandingai.org) 
 
+ Kriminalität: Was beim Einbruch in den Louvre passierte – aus soziologischer Sicht. (The Conversation) 
 
+ Kunst: "Das könnte mein Kind auch", mag man sich bei manchen Bildern von Jackson Pollock denken. (Ars Technica) 
 
+ Energie: Ein US-Unternehmen sagt, dass es bei seinem neuen Nuklear-Reaktor jetzt Kritikalität erreicht hat. (Wired)
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Danke fürs Lesen! 
 
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