Die wichtigsten Nachrichten zum Start in den Arbeitstag. Für Sie ausgewählt und kommentiert von der heise online-Redaktion.
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Dienstag, 10.02.2026
Gesichtsscan oder Ausweis zur Altersbestimmung + Widerspruch zu Regierungsplänen + Sorge um deutschen Einzelhandel + ChatGPT als Arzt-Ersatz + Irrtum in Bayern

 

 
Guten Morgen liebe Leserinnen und Leser,

Der Social-Media-Dienst Discord führt ab kommenden Monat weltweit Altersverifikationen ein. Nutzer können dann zwischen Gesichtserkennung oder Vorlage eines Ausweises zur Bestimmung des Alters wählen. Nicht verifizierten Usern bleiben bestimmte Funktionen verwehrt. In Deutschland wächst die Kritik von Verbänden und Experten an der vom Bundesjustizministerium geplanten monatelangen Vorratsdatenspeicherung. Zu rechtsstaatlichen Bedenken kommt die Sorge um den Betrieb offener WLAN-Strukturen. Und der Handelsverband HDE schlägt einen Importstopp für chinesische Online-Händler wie Temu oder Shein vor – die wichtigsten Meldungen im kurzen Überblick.

 
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Immer öfter werden Altersverifikationen oder Altersgrenzen diskutiert, um Kinder und Jugendliche stärker vor den negativen Auswirkungen von sozialen Medien und digitalen Angeboten zu schützen. Anfang Dezember trat in Australien das weltweit erste umfassende Verbot von Social Media für unter 16-Jährige in Kraft. Andere Länder diskutieren die Einführung ähnlicher Verbote. Die Social-Media-Plattform Discord hat nun angekündigt, ab nächsten Monat weltweit Altersverifikationen ihrer Nutzer vorzunehmen – per Gesichtsscan oder Ausweis. Nicht als volljährig verifizierte Nutzer erhalten nur eingeschränkten Zugang zu bestimmten Inhalten. Discord führt weltweit Altersprüfung ein

Mit dem Referentenentwurf zur Einführung einer IP-Adressspeicherung, der sogenannten Vorratsdatenspeicherung, hat das Bundesjustizministerium Ende des Jahres eine Debatte wieder entfacht, die viele bereits für beendet erachteten. Kern des Vorhabens ist die Pflicht für alle Internetprovider, die an Anschlussinhaber vergebenen IP-Adressen und Portnummern minutiös zu protokollieren und drei Monate lang zu speichern. Das Ministerium spricht von einem modernen Instrumentenkasten für die Strafverfolgung. Doch die Kritik von Verbänden und Experten reißt nicht ab und ist teilweise vernichtend. Die Bedenken sind vielfältig. Vorratsdatenspeicherung: Massive Kritik an Regierungsplänen

Die Popularität chinesischer Internethändler wie Temu oder Shein hat in den vergangenen Jahren stetig zugenommen. Laut einer Mitte vergangenen Jahres veröffentlichten Studie zum E-Commerce-Markt gehören beide Konzerne mittlerweile zu den sieben größten Onlineshops in Deutschland. Zum Teil haben sie ihr Bruttohandelsvolumen vervierfacht. Beide Unternehmen sind schon länger im Fokus europäischer Verbraucherschützer wegen Verstoßes gegen EU-Regeln und europäisches Verbraucherrecht. Jetzt schrieb der deutsche Handelsverband HDE einen Brandbrief an Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) und beklagte darin ungleiche Wettbewerbsbedingungen. In Deutschland ansässige Händler seien deshalb nicht mehr konkurrenzfähig. Temu und Shein: Handelsverband HDE bringt Importstopp ins Spiel

Bei medizinischen Wissenstests erreichen große KI-Sprachmodelle wie GPT-4o inzwischen nahezu perfekte Ergebnisse. Sie bestehen die US-Ärzte-Zulassungsprüfung, fassen Patientenakten zusammen und können Symptome einordnen. Gesundheitsbehörden in aller Welt prüfen deshalb, ob KI-Chatbots als erste Anlaufstelle für Patienten dienen könnten. Doch eine Studie von Forschern der Universität Oxford dämpft solche Überlegungen erheblich. Denn wenn echte Menschen die Modelle um Rat fragen, versagt die Zusammenarbeit. ChatGPT als Arzt-Ersatz? Studie zeigt ernüchternde Ergebnisse

In der Vergangenheit hat es immer wieder datenschutzrechtliche Bedenken im Zusammenhang mit der elektronischen Patientenakte (ePA) gegeben – unter anderem wegen unbefugter oder fehlerhaft ermöglichter Widersprüche gegen ePAs, die zur Schließung oder Löschung von Akten führten. Jetzt hat eine geplante Systemumstellung der AOK Bayern zu erheblichen Problemen mit der elektronischen Patientenakte geführt. Rund 6.400 Akten wurden "aufgrund [...] eingereichten Widerspruchs" vorübergehend geschlossen. Die Krankenkasse spricht von einem Fehler bei den beteiligten IT-Dienstleistern. AOK Bayern löscht versehentlich tausende elektronische Patientenakten

Auch noch wichtig:

•  Apple steht offenbar kurz davor, verschiedene Hardware-Reihen zu aktualisieren. Allerdings bremst Software den Konzern aus, heißt es in einem Bericht. Bericht: Neue MacBooks, iPads und iPhones in den kommenden Wochen

•  Noch im ersten Halbjahr 2026 will Skoda das kleine E-SUV Epiq auf den Markt bringen. Fast alles ist nun bekannt, abgesehen vom finalen Design. Vorstellung Skoda Epiq: Kleines E-SUV mit bis zu 430 km Reichweite

•  China sieht in Robotern den nächsten großen Entwicklungsschritt für KI und will durch Investitionen und heimische Vorteile einen globalen Vorsprung sichern. China wettet im großen Stil auf humanoide Roboter

•  Gemeinsam wollten große Autokonzerne eine Fabrik für E-Auto-Akkus in der Pfalz errichten. Trotz zugesagter Subventionen scheint sich das nicht mehr zu lohnen. Elektroautos: ACC will Batteriewerk in Kaiserslautern nicht mehr bauen

•  Samsung verzichtet bei seiner Galaxy-S26-Serie laut Zertifizierungsdokumenten abermals auf den Einsatz von Magneten für das kabellose Laden per Qi2. Galaxy S26: Samsung verzichtet abermals auf Magnete für Qi-Laden

•  Als im Kampf gegen Covid-19 die Weltwirtschaft zum Stillstand kam, wurde die Luft messbar sauberer. Das hatte unerwartete Folgen für ein potentes Treibhausgas. Treibhausgas: Saubere Luft während der Coronapandemie ließ Methananteil steigen

•  Eine vom deutschen Sprecherverband VDS beauftragte Kanzlei hält zentrale Klauseln des neuen Vertrags, den Netflix Synchronsprechern vorlegt, für unwirksam oder rechtswidrig. Gutachten: Netflix' Synchronsprecher-Vertrag ist rechtswidrig

•  Mercedes-Chef Källenius warnt vor wirtschaftlichem Abstieg, dem ein Rechtsruck folgen könnte. Wie Merz und Söder fordert er mehr Einsatz von den Arbeitnehmern. Mercedes-Chef fordert höhere Leistungsbereitschaft, um Rechtsruck zu verhindern

•  Freenet hat einer Kundin nach einem Werbeanruf unbemerkt mehrere Verträge untergeschoben. Die Verbraucherzentrale Niedersachsen sieht ein „bekanntes Muster“. 545 Euro fälschlich abgebucht: Verbraucherzentrale warnt vor Werbeanrufen

•  Seit über zehn Jahren erzählt Elon Musk bei jeder Gelegenheit, dass er zum Mars will und der Mond ignoriert gehört. Jetzt wechselt er die Marschrichtung. Kehrtwende von Elon Musk: SpaceX soll jetzt doch erst zum Mond – später zum Mars

•  Die Stadt Kiel wollte auf Instagram für digitale Behördengänge werben und hat sich ausgerechnet den Kirchenaustritt ausgesucht. Die Empörung folgte prompt. Werbung für digitale Behördengänge: Ärger für Kiel nach Clip zu Kirchenaustritt
 
heise online wünscht eine gute Woche! Passen Sie auf sich auf!
   
  Ihr Andreas Knobloch
   
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