Das Briefing von c't zur Digitalisierung ‌ ‌ ‌ ‌ ‌ ‌ ‌ ‌ ‌ ‌ ‌ ‌ ‌ ‌ ‌ ‌ ‌ ‌ ‌ ‌ ‌ ‌ ‌ ‌ ‌ ‌ ‌ ‌ ‌ ‌  ‌ ‌ ‌ ‌ ‌ ‌ ‌ ‌ ‌ ‌ ‌ ‌ ‌ ‌ ‌ ‌ ‌ ‌ ‌ ‌ ‌ ‌ ‌ ‌ ‌ ‌ ‌ ‌ ‌ ‌  ‌ ‌ ‌ ‌ ‌ ‌ ‌ ‌ ‌ ‌ ‌ ‌ ‌ ‌ ‌ ‌ ‌ ‌ ‌ ‌ ‌ ‌ ‌ ‌ ‌ ‌ ‌ ‌ ‌ ‌  ‌ ‌ ‌ ‌ ‌ ‌ ‌ ‌ ‌ ‌ ‌ ‌ ‌ ‌ ‌ ‌ ‌ ‌ ‌ ‌ ‌ ‌ ‌ ‌ ‌ ‌ ‌ ‌ ‌ ‌  ‌ ‌ ‌ ‌ ‌ ‌ ‌ ‌ ‌ ‌ ‌ ‌ ‌ ‌ ‌ ‌ ‌ ‌ ‌ ‌ ‌ ‌ ‌ ‌ ‌ ‌ ‌ ‌ ‌ ‌
Im Browser lesen | 13.08.2026
Christian Wölbert 
Leitender Redakteur, c’t 
cwo@ct.de
Moin aus Hannover,
Berater-Bashing ist beliebt: Wenn ein staatliches IT-Projekt schief läuft, sehen Beobachter die Schuld gerne bei angeblich schlecht qualifizierten, unerfahrenen Consultants. Die Realität ist vielschichtiger: Über viele erfolgreiche Projekte, an denen Berater mitgearbeitet haben, wird öffentlich nie berichtet. Und falls doch, dann reklamieren die Behörden die Erfolge häufig für sich selbst, die Leistung der Dienstleister fällt unter den Tisch. 
 
Eine spezielle und besonders umstrittene Konstellation sind allerdings die riesigen Rahmenverträge mit Dienstleistern, wie sie demnächst die Digitalisierungsbehörde Fitko schließen will. Dabei geht es um einen geschätzten Gesamtwert von 254,5 Millionen Euro. Für c't habe ich ausführlich mit Kritikern des Vorhabens sowie mit Vergaberechtlern gesprochen und die Fitko um Stellungnahme gebeten. Die ausführliche Analyse lesen Sie bei heise+, einige Aspekte reißen wir unten in dieser Ausgabe von D.digital an. 
 
Im heutigen Gastbeitrag geht es um den Bildungssektor: Tomi Neckov, Bundesvorsitzender der Bildungsgewerkschaft VBE, erklärt, was aus seiner Sicht bei der Digitalisierung schiefläuft und warum guter digitaler Unterricht noch zu selten stattfindet – trotz Tablets und WLAN. 
 
Ich freue mich auf Ihr Feedback! 
 
Ihr Christian Wölbert
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Heute in D.digital 
Aktuelle Debatte: Lässt sich der Staat bei IT-Projekten von Beratern ausnehmen? 
c't-Recherche: Welche Behörden steigen auf Microsoft-Alternativen um?
Update: Die wichtigsten News zur Digitalisierung
Gastbeitrag von Tomi Neckov (VBE): Digitalisierung ohne Entlastung
Termine: Konferenzen und Messen zum Thema Digitalisierung
desktop
Aktuelle Debatte

Lässt sich der Staat von Beratern ausnehmen?

Die von Bund und Ländern getragene Digitalisierungsbehörde Fitko sucht zurzeit einen Partner für „integrierte Projekt- und Produktberatung“ über einen Zeitraum von vier Jahren. Der geschätzte Gesamtwert des Rahmenvertrags liegt bei 254,5 Millionen Euro.  
 
Auch inhaltlich betrachtet handelt es sich um ein riesiges Paket, denn die Fitko sucht Unterstützung in acht Disziplinen: "Projektmanagement, - Interims-Produktmanagement, - Strategieberatung, - Enterprise- und Lösungsarchitektur, - Informationssicherheit, - Datenschutz, - Digitale Barrierefreiheit, - Software-Engineering, Softwareentwicklung und Betriebssteuerung". 
 
Die Kritik an dem Vorhaben ist differenzierter als das altbekannte "Berater-Bashing" und kommt von mehreren Seiten. Dabei geht es zum Beispiel um die Frage, ob die Fitko mit kleineren, gezielteren Vergabeverfahren nicht besser qualifizierte Dienstleister finden könnte. Oder um die Frage, ob die Behörde mit kleineren Paketen die digitale Souveränität fördern würde.  
 
Die "riesigen Rahmenverträge" lieferten weder den besten Preis noch die beste Leistung, schrieb zum Beispiel Basanta E. P. Thapa, Geschäftsführer des Kompetenznetzwerks Digitale Verwaltung (NEGZ), auf LinkedIn. Sie förderten auch nicht die regionale Wirtschaft und sicherten nicht die digitale Souveränität. Die Fitko wehrt sich auf Anfrage von c't gegen die Kritik: Die Rahmenvereinbarung diene „einer wirtschaftlichen und effizienten Beschaffung“, schreibt die Behörde. 
 
Für c't habe ich die Diskussion um große Rahmenverträge ausführlich dargestellt und dafür auch Vergaberechtler befragt. Aus Sicht mancher Juristen ist das Fitko-Vorhaben rechtlich durchaus riskant, denn laut Gesetz müssen öffentliche Auftraggeber mittelständische Interessen bei der Vergabe vornehmlich berücksichtigen und Leistungen in der Regel in Lose aufteilen.  
 
Die ausführliche Analyse lesen Sie hier bei heise+ 
 
Christian Wölbert
Haben Sie Gedanken oder Meinungen zu diesem Thema? Schreiben Sie uns eine Mail, wir freuen uns auf Ihre Einschätzung und Recherchetipps!
Recherche zu Digitaler Souveränität

Welche Behörden steigen auf Microsoft-Alternativen um?

Immer mehr Organisationen im öffentlichen Sektor nutzen oder testen Microsoft-Alternativen, um ihre Abhängigkeit von dem US-Konzern zu reduzieren. Über Beispiele wie die Bundesländer Schleswig-Holstein und Mecklenburg-Vorpommern, das Kultusministerium in Baden-Württemberg und das Robert-Koch-Institut wurde bereits vielfach berichtet, auch über die openDesk-Tests im Bundesdigitalministerium oder bei der Bundesagentur für Arbeit und der Deutschen Rentenversicherung. Auch einige kleine Kommunen haben ihre Umstiegspläne öffentlich gemacht. 
 
c't sucht im Zuge einer Recherche nun weitere Organisationen, die von Microsoft-Produkten auf Alternativen wie LibreOffice, Nextcloud oder openDesk umsteigen – die also nicht nur testen oder parallel nutzen, sondern tatsächlich migrieren. Wenn Sie einen Tipp haben, melden Sie sich gerne unter cwo@ct.de, alle Hinweise werden vertraulich behandelt. 
 
Christian Wölbert
Update

Die wichtigsten News und Hintergründe der vergangenen 14 Tage

EUDI-Wallet: Bundesregierung hält trotz Gegenwind an Starttermin 2027 fest 
Neuer E-Government-Pakt: Bund und Mittelstand setzen auf offene Standards 
Neue Befugnisse: Bundesnetzagentur übernimmt KI-Aufsicht in Deutschland 
Kommentar: OpenAI – KI-Sicherheit nur ein Marketing-Gag? 
Bundesdruckerei-Projekt Möve: KI-Modelle für die öffentliche Verwaltung evaluieren
Digital Services Act: EU will offenbar ChatGPT und Roblox strenger kontrollieren
Chatkontrolle: EU-Länder sind bei Verlängerung einig 
Kommentar zum Datentransfer in die USA: Warum das DPF nicht mehr zu retten ist 
Kulturstaatsminister fordert Plattformabgabe und TikTok-Verkauf 
Ungewöhnliche Stellenausschreibung: Cyberagentur sucht Science-Fiction-Autor 
Ausweiszwang für Zugang zu Sozialen Netzen und Videoplattformen in Österreich 
E-Mail, SMS, Messenger: Niedersachsen will als erstes Land Archivpflicht lockern
Datev mahnt Firmen zu mehr Tempo vor E-Rechnungspflicht 
KI-Erkennung: Detektor Pangram im Test (€)
KI-Kennzeichnungspflicht: Was die EU ab August 2026 verlangt (€)
iX-Workshop: RAG-Systeme effizient evaluieren und optimieren (€)
Digitale Souveränität in der Cloud: vom Buzzword zur prüfbaren Realität (€)

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Gastbeitrag von Tomi Neckov

Digitalisierung ohne Entlastung

Gastbeitrag | Über den Autor
Tomi Neckov ist Bundesvorsitzender des Verbandes Bildung und Erziehung (VBE). Dieser vertritt als Gewerkschaft die Interessen von Pädagoginnen und Pädagogen. (Bild: Jan Röder)
Die Tablets sind da. Das WLAN meistens auch. Und trotzdem bleibt digitaler Unterricht an vielen Schulen die Ausnahme. 
 
Das ist kein Zufall. 
 
Deutschlands Bildungsdigitalisierung folgt bis heute einer einfachen Logik: Technik bereitstellen, dann wird sich der Rest schon ergeben. Genau das passiert aber nicht. Denn Digitalisierung ist kein Ausstattungsprojekt, sondern eine Frage der Arbeitsbedingungen. 
 
Wer kümmert sich um Wartung, Administration und Updates? Wer entscheidet, welche Tools datenschutzkonform sind? Und wann genau soll das alles passieren? 
 
In der Praxis landet vieles bei den Lehrkräften. Digitalisierung kommt selten statt etwas anderem – sie kommt obendrauf. Neben Unterricht, Korrekturen und Organisation entsteht ein zusätzlicher Aufgabenbereich, für den es oft weder Zeit noch verlässliche Strukturen gibt. 
 
So wird aus Fortschritt Mehrarbeit. 
 
Gleichzeitig bewegen sich Schulen in einem unübersichtlichen Regelrahmen. Datenschutz, Plattformvorgaben, der Umgang mit Künstlicher Intelligenz: vieles ist geregelt, aber wenig ist klar oder einheitlich. Wer hier Verantwortung trägt, agiert zwangsläufig vorsichtig. Innovation wird damit nicht verhindert, aber ausgebremst.

"Digitalisierung darf nicht als Zusatzauftrag an den Schulen landen, sondern muss organisatorisch mitgedacht und personell abgesichert werden."

Hinzu kommt die politische Kurzfristigkeit. Förderprogramme schaffen Anschub, aber keine Stabilität. IT-Support, Wartung, Qualifizierung – all das sind Daueraufgaben. Sie lassen sich nicht im Projektmodus organisieren. 
Der entscheidende Punkt wird dabei oft übersehen: Digitalisierung verändert Schule organisatorisch. Sie braucht Zeit für Abstimmung, für Fortbildung, für Entwicklung. Genau diese Zeit fehlt. Zudem mangelt es an verlässlichen Entlastungen: technischer Support, klare Zuständigkeiten, Fortbildung in der Arbeitszeit und genügend Anrechnungsstunden für die zusätzlichen Bedarfe. Digitalisierung darf nicht als Zusatzauftrag an den Schulen landen, sondern muss organisatorisch mitgedacht und personell abgesichert werden. 
 
Stattdessen wächst der Erwartungsdruck. Schulen sollen digitale Kompetenzen vermitteln, neue Technologien einordnen und gesellschaftliche Entwicklungen auffangen. Vieles davon ist sinnvoll – aber es ersetzt keine strukturellen Lösungen. 
 
Das Ergebnis ist ein System, das mehr leisten soll, ohne anders organisiert zu werden. 
 
Vielleicht erklärt das, warum der große Durchbruch ausbleibt. Nicht, weil die Technik fehlt. Sondern weil die Voraussetzungen nicht stimmen. 
 
Digitalisierung funktioniert erst dann, wenn sie den Arbeitsalltag verbessert – nicht, wenn sie ihn erweitert. 
 
Solange sie vor allem zusätzliche Aufgaben schafft, bleibt sie das, was viele Lehrkräfte längst erleben: ein gut gemeintes Projekt, das an der Realität vorbeigeht.
Haben Sie Gedanken oder Meinungen zu diesem Thema? Schreiben Sie uns eine Mail, wir freuen uns auf Ihre Einschätzung!
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Termine

Messen und Kongresse zum Thema Digitalisierung im öffentlichen Sektor

16. – 18. September 2026: KGSt-Forum 2026, Leipzig
13. – 15. Oktober 2026: Smart Country Convention, Berlin
28. – 29. Oktober 2026: Public IT – Die c’t-Konferenz für den öffentlichen Sektor, Hannover
24. – 25. November 2026: IT Summit by heise, München
  
Eine ausführliche Terminübersicht mit zahlreichen großen und kleinen Veranstaltungen zum Thema Digitalisierung bietet der E-Government-Podcast auf seiner Webseite.

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