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Im Browser lesen | 04.04.2026
Tach,
Bluesky fühlt sich zum ersten Mal seit Jahren wieder nach einem sozialen Netzwerk an, das mich nicht für dumm verkaufen will. Bald können Nutzer sich ihren eigenen Feed per Prompt zusammenbauen, statt auf den Algorithmus der Plattform angewiesen zu sein. Das Problem: Viele wollen gar keine KI, egal in welcher Form. Wie dieser Clash aussieht, lest ihr im Hauptartikel. 
 
In other news: Auf unser Arcade-Automaten-Video von letzter Woche hat sich David von Iconic Arcade selbst gemeldet und verraten, was als Nächstes kommt. Und Keno hat seinen OLED-Monitor nach einem halben Jahr Dauertest immer noch auf dem Schreibtisch. Ob das ein gutes Zeichen ist, erfahrt ihr im nächsten Video.
Hab ein schöne Restwoche, 
 
Jonathan 
von c't 3003

In dieser Ausgabe 

 
Aktueller Hype: Die KI-Wolke am blauen Himmel
Aus der Community: Eure Kommentare zu unseren Videos
Im nächsten Video: Die Jagd nach dem perfekten Monitor
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Der Hype heute ⚡

Die KI-Wolke am blauen Himmel

Eine Stunde und 26 Minuten – so viel Zeit habe ich laut meinem iPhone in der letzten Woche auf Bluesky verbracht. Nachdem ich X auf meinem Homescreen durch den Schmetterling ersetzt habe, musste ich mich eine Weile zwingen, der Plattform eine Chance zu geben. Dass sich das aber nicht mehr nach Arbeit anfühlt, sondern ein Stück weit das gute, alte Twitter-Feeling zurückbringt, liegt an einer entscheidenden Änderung: Dem Feed, in dem ich die meiste Zeit verbringe.  
 
Neben dem chronologischen Following-Feed bietet Bluesky einen eigenen Discover-Algorithmus, der interessante Beiträge der mittlerweile mehr als 43 Millionen Nutzer an die Oberfläche spülen soll. Das zugrundeliegende AT Protocol, das Bluesky erfunden hat und weiterentwickelt, erlaubt es aber auch, eigene Feeds zu programmieren. Ein Geheimtipp ist der an TikTok angelehnte „For You“-Feed von Nutzer @spacecowboy17.bsky.social, der Posts basierend auf den letzten 500 Likes der letzten 90 Tage anzeigt – und zumindest bei mir schon nach wenig Nutzung genau den richtigen Nerv trifft.  
 
Auf der ATmosphereConf, einer Konferenz rund um das AT Protocol, hat Bluesky jetzt angekündigt, wie sie individuelle Feeds nicht nur für Entwickler, sondern alle User zugänglich machen wollen. Ihr ahnt es schon: Das Zauberwort heißt Vibecoding. Mit Attie hat Bluesky eine eigenständige App als geschlossene Beta vorgestellt, in der man per Texteingabe eigene Post-Filter erstellen kann. Statt Code zu schreiben, beschreibt man in natürlicher Sprache, was man sehen will. „Zeig mir elektronische Musik aus meinem Netzwerk“ oder „Posts über Folklore und Mythologie“ nennt Attie als Beispiele. Unter der Haube übersetzt Anthropics Claude die Eingaben in funktionierende Feed-Algorithmen. Langfristig sollen Nutzer sogar komplette soziale Apps zusammenklicken können, ganz ohne Programmierkenntnisse.
Der Content ist schon da – aber er muss auch gefunden werden. (Credit: Attie/Screenshot)
Hinter Attie steckt maßgeblich Jay Graber, die Bluesky mitgegründet hat und bis Anfang März noch CEO war. Dann gab sie den Posten an Toni Schneider ab, einen Partner des Bluesky-Investors True Ventures. Graber wollte sich als neue Chief Innovation Officer wieder aufs Bauen konzentrieren. Attie ist das erste Ergebnis ihres neuen Exploration-Teams. 
 
Soweit die Theorie. In der Praxis ist die notorisch KI-skeptische Bluesky-Community alles andere als begeistert. Innerhalb weniger Tage haben rund 125.000 Nutzer den Attie-Account blockiert. Damit ist Attie der am zweithäufigsten geblockte Account der gesamten Plattform. Nur US-Vizepräsident J.D. Vance liegt mit etwa 180.000 Blocks noch davor. Das Blockieren bringt technisch gesehen überhaupt nichts, weil Attie auf Protokollebene mit öffentlich zugänglichen Daten arbeitet – und die allergische Reaktion erschließt sich mir vor allem nicht, da die eigentlichen Post-Inhalte ja niemals in Berührung mit dem LLM kommen, sondern dieses lediglich eine Abfrage für die ohnehin öffentlichen Beiträge generiert.
Paul Frazee ist CTO bei Bluesky und verteidigt seinen KI-Einsatz für schnellen Fortschritt gegenüber Kritikern vehement. (Credit: Bluesky/Screenshot)
Abseits der Attie-Kontroverse passiert beim Protokoll aber einiges. Auf der ATmosphereConf, die mit über 300 Teilnehmern fast doppelt so groß war wie im Vorjahr, wurden Dutzende Projekte vorgestellt: Von dezentralem Git-Hosting über verschlüsselte Gruppenchats bis hin zu Tools für wissenschaftliches Publizieren. Die IETF, die für Internetstandards wie HTTP und SMTP zuständig ist, hat eine offizielle Arbeitsgruppe für das AT Protocol genehmigt. Das ist ein großer Schritt in Richtung anerkannter Internetstandard. Und mit „Permissioned Data“ arbeiten mehrere Teams daran, private Daten ins bisher komplett öffentliche Protokoll zu bringen.  
 
Anfang des Jahres hatte Bluesky-Produktchef Alex Benzer außerdem eine Roadmap veröffentlicht, in der er zugab, dass selbst Grundfunktionen wie Entwürfe noch fehlten. Drafts gibt es inzwischen. Längere Videos, bessere Follow-Vorschläge und thematische Tags sollen folgen. Feeds will Bluesky 2026 deutlich prominenter in der App platzieren und bei Live-Events kuratierte Echtzeit-Feeds anbieten. Das Ziel: Bluesky soll sich anfühlen wie der beste Ort, um gemeinsam das Weltgeschehen zu verfolgen. Ich finde, es ist auf einem guten Weg dahin.
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Eure Kommentare zum Arcade-Automaten

Der Arcade-Automat von Iconic Arcade trifft einen Nerv: Viele von euch haben sofort zugeschlagen, so schnell, dass das Ding bei Smyths Toys quasi über Nacht ausverkauft war. Für 350 Euro sei das Preis-Leistungs-Verhältnis völlig in Ordnung, auch wenn das „mehr Faser als Holz“ sei. Ihr empfehlt daher, das Gehäuse mit Dachlatten, Spanplatten oder Kantenschutz nachzurüsten. Mindestens genauso beliebt: den Raspberry Pi 4 gegen einen Pi 5 oder gleich einen Mini-PC zu tauschen, bessere Sticks und beleuchtete Buttons einzubauen und den Bildschirm auf 24 Zoll aufzurüsten. Das Modding-Potenzial ist für viele das eigentliche Kaufargument. Andere wiederum fragen sich, warum man nicht gleich komplett selbst baut, Bauanleitungen und Teilelisten gebe es im Netz schließlich genug. 
 
Besonders gefreut hat uns die Reaktion von David von Iconic Arcade selbst: Das Projekt sei als kleines Experiment während seines dualen Studiums zusammen mit seinem Vorgesetzten gestartet worden, und er begleite es seit den ersten Prototypen vor gut vier bis fünf Jahren. Dass daraus inzwischen eine kleine Fangemeinde gewachsen ist, freue ihn riesig, und dass ausgerechnet c't 3003 ein Video dazu macht, sei intern ein lang gehegter Wunsch gewesen. Außerdem verriet er, dass bereits neue Automaten in der Pipeline sind, darunter Street-Fighter-II-Gehäuse, neue Handhelds und weitere Produkte.
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Die Jagd nach dem perfekten Monitor

Neun von zehn der meistgeklickten Monitore auf Geizhals sind OLEDs. Aber waren die nicht immer problematisch? Einbrennen, zu dunkel für helle Räume, komische Textdarstellung? Keno hat sich den für ihn passenden OLED-Monitor besorgt und ihn ein halbes Jahr lang als Hauptmonitor im Alltag genutzt: 646 Betriebsstunden im Dauertest.  
 
Wie schlägt sich das Panel wirklich über so einen langen Zeitraum? Und was passiert, wenn der Monitor plötzlich kein Bild mehr anzeigt, obwohl er eigentlich nur im Standby war? Keno teilt seine ehrliche Einschätzung nach dem Langzeittest, inklusive der Dinge, die ihn überrascht und die ihn genervt haben. Außerdem zeigt er im Detail, wie ihr mit cleverer Filterung auf Preissuchmaschinen den für euch perfekten Monitor findet, ohne euch in einem Dschungel aus kryptischen Modellnummern zu verlieren.
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