Der Newsletter von c't 3003
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viel zu vermelden gibt's eigentlich nicht, dafür läuft ja gerade die WM. Lukas ist bei 3003 der Einzige, der so richtig für Fußball brennt, und leidet schon jetzt, allerdings weniger sportlich als technisch. Aus seiner Sicht ein Trauerspiel: ARD und ZDF senden in 720p, Magenta wirbt mit 4K, die es aber nur auf den Telekom-Streaming-Boxen gibt und nicht über den Apple TV 4K. Dazu klappt das Dolby-Atmos-Signal von MagentaTV laut Lukas mehrmals pro Spiel auf 5.1 zurück, was dann deutlich lauter ist. Also schaut er in 1080p, die Fernbedienung griffbereit, um schnell leiser zu drehen. Spannend findet er trotzdem, was die FIFA dieses Jahr alles im Ball verbaut, vernetzte Bälle, 3D-Spielerscans, mehr VAR-Befugnisse. Nur dauert dadurch eben auch alles länger. Beim Thema große Versprechen bleiben wir im Hauptartikel. Qualcomm will zum Ausrüster der ganzen Datenbrillen-Branche werden, Snaps neue 2.195-Dollar-Brille läuft passenderweise auf Snapdragon. Gleichzeitig bröckelt das Kerngeschäft mit Handy-Chips. Und im Video nimmt sich Sahin Zorin OS vor, das von sich behauptet, DIE Alternative zu Windows und macOS zu sein. Keno hat es ebenfalls installiert und sich eine Meinung gebildet. Ob der Umstieg so leicht fällt wie versprochen und wo es trotzdem zwickt, seht ihr im Video. | | | |
Hab ein schöne Restwoche, Jonathan von c't 3003 | | | | |
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In dieser Ausgabe
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| ● | Aktueller Hype: Die Post-Smartphone-Ära |
| ● | Aus der Community: Eure Kommentare zu unseren Videos |
| ● | Nächstes Video: DAS Linux für Umsteiger?! | | | | | | |
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Qualcomm will der Chip in allem sein, was irgendwann das Smartphone ablösen könnte. Konzernchef Cristiano Amon hat diese Woche im CNBC-Interview ausgebreitet, wie er sich das vorstellt. KI-Agenten würden über kurz oder lang die App als zentrale Schnittstelle ablösen, das Smartphone rücke vom Mittelpunkt an den Rand, und die nächste große Gerätekategorie könnten Datenbrillen sein. Qualcomm arbeite bereits an mehr als 40 verschiedenen Wearable-Designs, darunter Schmuck, Kamera-Ohrhörer und Pins. Brillen hält Amon langfristig sogar für so groß wie das Smartphone, dessen Markt 2025 bei 1,26 Milliarden ausgelieferten Geräten lag, dieses Jahr aber auf ein Rekordtief sinken soll. Passend dazu hat Qualcomm auf der Augmented World Expo (AWE) gleich zwei Produkte vorgestellt. Da wäre zunächst Snapdragon Reality Elite, die neue Top-Plattform für XR und Nachfolgerin des XR2+ Gen 2, der etwa in Samsungs Galaxy XR steckt. Laut Qualcomm bringt der Chip bis zu 60 Prozent mehr GPU-, 30 Prozent mehr CPU- und 160 Prozent mehr NPU-Leistung. Als greifbares Beispiel nennt das Unternehmen ein Sprachmodell mit drei Milliarden Parametern, das mit 45 Token pro Sekunde direkt auf der Brille laufe. Naja! Die Auflösung steigt auf 4,4K pro Auge bei 90 Bildern pro Sekunde, gegenüber 4,3K beim Vorgänger. Erste Geräte sind Xreals „Project Aura“, eine Android-XR-Brille mit Google und Qualcomm, sowie ein neues Headset von Play for Dream. Das zweite Produkt zielt auf alle, die selbst keine Chips bauen wollen. Snapdragon START (kurz für Scalable Turnkey AI-Ready Toolkit) ist ein Baukasten aus Hardware-Modul, Software und Companion-Apps, mit dem im Grunde jede Brillenmarke eine KI-Brille auf den Markt bringen kann, ohne den kompletten Technik-Stack selbst zu stemmen. Dazu gibt es drei fertige Referenzdesigns. Eines kombiniert Audio und Kamera im Stil von Metas Ray-Ban, ein zweites bringt ein Display mit, das dritte gleich zwei. Als ersten Partner nennt Qualcomm den Brillenhersteller Inspecs, an dem sich der Konzern mit zehn Millionen Dollar beteiligt hat. | | | |
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| So ganz lassen sich die Kameras nicht verstecken, aber sie stechen auch nicht direkt ins Auge. (Credit: Snap Inc.) | | | |
Das bislang sichtbarste Produkt dieser neuen Welle kommt von Snap, und hier wird es namentlich kurz unübersichtlich. Snap heißt das Unternehmen, das auch hinter Snapchat steckt, Snapdragon die Chipfamilie von Qualcomm, und Snaps neue Brille läuft ausgerechnet auf zwei Snapdragon-Chips aus Qualcomms XR-Reihe. Einer übernimmt die Computer Vision samt Handtracking, der andere die AR-Inhalte, die Snap schon länger Lenses nennt. Qualcomm-Silizium steckt in fast jeder namhaften Datenbrille, etwa in Metas Ray-Ban und Xreals Aura. Auf der AWE hat Snap-CEO Evan Spiegel die Snap Specs höchstpersönlich vorgestellt, eine eigenständige AR-Brille ohne externe Recheneinheit am Gürtel, gesteuert per Handgesten und Snap OS. Der Akku hält laut Snap bis zu vier Stunden, 20 weitere Stunden mehr kriegt man aus dem Case gesaugt. Günstig ist sie dazu auch nicht: 2.195 US-Dollar werden fällig, vorbestellbar ab sofort gegen eine rückerstattbare Anzahlung von 200 Dollar, ausgeliefert ab Herbst zunächst in den USA, Großbritannien und Frankreich. | | | |
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| Anwendungsbeispiele für die Specs: Kühlwasser nachfüllen, navigieren, Abmessungen checken. (Credit: Snap Inc.) | | | |
Das ist mehr als das Fünfzehnfache der 130-Dollar-Spectacles von 2016. Spiegel preist die Specs zwar als neue Art des Computings an, anders als Amon will er sie aber ausdrücklich nicht als Smartphone-Ersatz verstanden wissen, eher als Ergänzung, so wie das Smartphone Laptop und Desktop nicht verdrängt habe. Den Markt dominiert ohnehin Meta. Laut IDC entfallen rund 69 Prozent aller ausgelieferten Smart Glasses auf dessen KI-Brillen, kein anderer Anbieter kommt über 3,4 Prozent. In der kleinen Sparte der AR-Displaybrillen, in der die Specs antreten, liegt der Durchschnittspreis bei gut 500 Dollar, was sie zum teuren Ausreißer macht. Dabei steht Qualcomms Kerngeschäft, die Smartphone-Chips, gerade selbst unter Druck. Im ersten Quartal 2026 fiel der Anteil laut den Marktbeobachtern von Counterpoint von 27 auf 23 Prozent, Marktführer MediaTek rutschte von 38 auf 32 Prozent. Beide leiden darunter, dass die teurer gewordenen Speicherchips vor allem günstige Geräte ausbremsen. Bei Qualcomm kommt hinzu, dass Samsung in der S26-Reihe mehr eigene Exynos-Chips verbaut. Und MediaTek ist längst nicht mehr nur der Billig-Rivale. Zusammen mit Nvidia steht der Konzern hinter dem N1X, einem Arm-Prozessor für Windows-Notebooks auf Basis von Nvidias GB10-Superchip, der genau in das Feld zielt, das Qualcomm mit Snapdragon X eröffnet hat. Kein Wunder also, dass Qualcomm sich erfolgreiche Konzepte abseits des Smartphones ansieht. Apples MacBook Neo etwa, der erste Mac mit iPhone-Chip, geht für 599 Dollar erstaunlich gut auf, vor allem im Bildungsmarkt. Dieses Rezept baut Qualcomm mit dem Snapdragon C nach, den der Konzern Ende Mai für Einsteiger-Notebooks ab rund 300 US-Dollar vorstellte, ausdrücklich für Schüler, Familien und kleine Betriebe. Drin stecken sparsame Kryo-Kerne aus dem Smartphone, dazu eine NPU, die allerdings nicht für Microsofts Copilot+ reicht. Ob daraus angesichts der hohen Speicherpreise wirklich 300-Dollar-Geräte werden, steht auf einem anderen Blatt. | | | |
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Eure Kommentare zum neuen Claude | | | |
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„Runterdummen“ ist offenbar euer Wort des Jahres, und in der kurzen Zeit, in der Fable überhaupt verfügbar war, hat das Modell viele von euch durchaus beeindruckt, ob beim Coden, beim 3D-Druck oder in Claude Design. Nur wurde es eben so schnell wieder abgeschaltet, wie es kam, und genau das befeuert einen Wunsch, der ohnehin schon riesig war und jetzt erst recht durch die Kommentare schallt, nämlich lokale LLMs. Unabhängigkeit, Daten bleiben zuhause, keine Token-Rechnung am Monatsende. Ihr wollt Hermes, Qwen 3.6, Ollama und llama.cpp, am liebsten als ausführliches Setup-Video und vor allem mit bezahlbarer Hardware statt Unobtainium wie dem Ryzen AI Max. Was geht eigentlich mit 16 GB VRAM? Beim Thema Anthropic schwingt derweil ordentlich Skepsis mit. Das Angst-Marketing rund um die angeblich zu gefährliche KI lest ihr eher als cleveres Manöver kurz vor dem Börsengang. Check' ich, aber ich glaube, ganz so einfach ist es dann doch nicht. An der Stelle möchte ich euch auch noch diese kürzlich erschienene Bloomberg-Doku über Anthropic ans Herz legen, die mir nochmal eine andere Perspektive auf das Unternehmen verschafft hat. | | | |
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DAS Linux für Umsteiger?! | | | |
Schon mal versucht, eine .exe-Datei unter Linux zu installieren? Funktioniert natürlich nicht. ZorinOS zeigt dann aber keine stumpfe Fehlermeldung, sondern weist direkt den Weg zur passenden Linux-Version oder schlägt eine Alternative vor. Überhaupt schreibt sich kaum eine Distribution den einfachen Umstieg so deutlich auf die Fahne: Die Oberfläche kann aussehen wie Windows oder macOS, inklusive Startmenü, Desktop-Symbolen und vertrautem Fenster-Management. Auf der Website heißt es, ZorinOS sei DIE Alternative zu Windows und macOS. Dicke Ansagen, die Sahin überprüft hat, und auch Keno hat das System installiert und sich eine Meinung gebildet. Ob ZorinOS wirklich so einsteigerfreundlich ist, wie es sein will, und wo es im Test trotzdem gezwickt hat, erfahrt ihr im Video. | | | |
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