Die Pflichtlektüre für Freunde quelloffener Software ‌ ‌ ‌ ‌ ‌ ‌ ‌ ‌ ‌ ‌ ‌ ‌ ‌ ‌ ‌ ‌ ‌ ‌ ‌ ‌ ‌ ‌ ‌ ‌ ‌ ‌ ‌ ‌ ‌ ‌  ‌ ‌ ‌ ‌ ‌ ‌ ‌ ‌ ‌ ‌ ‌ ‌ ‌ ‌ ‌ ‌ ‌ ‌ ‌ ‌ ‌ ‌ ‌ ‌ ‌ ‌ ‌ ‌ ‌ ‌  ‌ ‌ ‌ ‌ ‌ ‌ ‌ ‌ ‌ ‌ ‌ ‌ ‌ ‌ ‌ ‌ ‌ ‌ ‌ ‌ ‌ ‌ ‌ ‌ ‌ ‌ ‌ ‌ ‌ ‌  ‌ ‌ ‌ ‌ ‌ ‌ ‌ ‌ ‌ ‌ ‌ ‌ ‌ ‌ ‌ ‌ ‌ ‌ ‌ ‌ ‌ ‌ ‌ ‌ ‌ ‌ ‌ ‌ ‌ ‌  ‌ ‌ ‌ ‌ ‌ ‌ ‌ ‌ ‌ ‌ ‌ ‌ ‌ ‌ ‌ ‌ ‌ ‌ ‌ ‌ ‌ ‌ ‌ ‌ ‌ ‌ ‌ ‌ ‌ ‌
Im Browser lesen | 03.04.2026
 
Hallo und vielen Dank, dass du diese E-Mail geöffnet hast! ♥️ 
 
Heute scheint nicht nur wunderschön die Sonne, sondern auch eine neue Ausgabe Spotlight in dein Postfach. Open Source als Schlüssel zur Digitalen Souveränität ist nach wie vor in aller Munde und oft finden wir auf Plattformen wie GitHub oder GitLab spannende Projekte, die uns ein Stück unabhängiger von den großen Playern machen. Diese modernen Codeschmieden sind zentrale Orte, wo Menschen zusammenkommen, um gemeinsam an quelloffener Software zu arbeiten. 🤝 
 
Sie selbst sind aber gar nicht (GitHub) oder nur teilweise (GitLab) Open Source. Höchste Zeit, das Spotlight auf die Alternativen zu richten! 🔦
Profilfoto von Niklas, Mann mit braunen Haaren und Brille
Niklas Dierking 
Redaktion c't 
ndi@ct.de

Heute im Spotlight 
 

News: Linux Kernel 7.0
Spotlight: Softwareschmiede Forgejo
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Linux 7.0 bekommt Release Candidate

Linus Torvalds hat den ersten Release Candidate von Linux 7.0 freigegeben. Damit ist das Merge Window geschlossen und es geht nun darum, Fehler vor dem Release auszumerzen. Der auffällige Sprung in der Versionsnummer von 6.19, das Anfang Februar veröffentlicht wurde, zu 7.0 liegt nicht daran, dass bahnbrechende neue Features zu erwarten sind, sondern rührt von Torvalds Aversion gegenüber großen Versionsnummern.  
Screenshot der Website kernel.org
Auf kernel.org ist der RC1 von Linux 7.0 bereits gelistet (Bild: Niklas Dierking / heise medien)
 
In einer Mail an die Linux-Kernel-Mailingliste scherzt er, dass „wir die neue Hauptnummer nur deshalb haben, weil ich mich leicht verwirren lasse und nicht gut im Umgang mit großen Zahlen bin“ und „die neue Hauptnummer [bedeutet] nicht, dass wir aufregende Funktionen haben oder dass wir irgendwelche alten Schnittstellen aufgeben. Es handelt sich um die übliche Markierung 'solider Fortschritt' nicht mehr“. Zu einem Großteil steckt neuer Code für Treiber in Linux 7.0, das etwa Mitte April erscheinen soll. Mehr Details hat mein Kollege Dirk Knop für heise online aufgeschrieben.1 
 
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Spotlight: Mit Forgejo eine eigene Codeschmiede betreiben

Plattformen wie GitHub und GitLab sind feste Bestandteile des Open-Source-Ökosystems, indem sie vielen Projekten ein auffindbares Zuhause geben. Insbesondere in jüngerer Vergangenheit gab es aber auch Kritik an den Plattformen, die selbst gar nicht (vollständig) Open Source Software sind. GitHub gehört beispielsweise zu Microsoft und trainiert die Programmier-KI GitHub Copilot mit Code aus öffentlichen Repositories. Dem kann nicht widersprochen werden. GitLab ist wiederum unterteilt in die Community Edition (Open Source) und Enterprise Edition. Nur letztere enthält alle Features, ist aber proprietär. Das Modell nennt man auch Open Core.  
 
Mit Codeberg gibt es seit einigen Jahren eine alternative Git-Hosting-Plattform aus Berlin, die vom Verein Codeberg e.V. getragen wird. Codeberg wehrt sich gegen die Kommerzialisierung von Open-Source-Projekten. Die technische Grundlage von Codeberg ist Forgejo, das ihr auch selbst hosten könnt. Forgejo ist ein Fork von Gitea, nachdem die Gitea-Domain und die Marke an ein profitorientiertes Unternehmen übertragen wurden, was für Unmut in der Community sorgte. Die einfachste Möglichkeit, sich Forgejo anzusehen und auszuprobieren, ist bei codeberg.org/explore/repos2 vorbeizuschauen. Laut der Codeberg-Website bestehen aktuell 428626 Projekte (Repositories) und es gibt 278655 registrierte Nutzer:innen.  
 
Sidenote: Der Name Forgejo stammt von forĝejo, Esperanto für Schmiede. So wird es ausgesprochen.3 
Screenshots des Forgejo-Dashboards
Wer sich bei GitHub oder GitLab kennt, sollte sich auch bei Forgejo schnell zurechtfinden. (Bild: Niklas Dierking / heise medien)

Spotlight-Steckbrief 
 

Name: Forgejo
Codeberg-Repository: https://codeberg.org/forgejo/forgejo
Entwickler:innen: Codeberg e.V.
Plattform: Linux (Docker)
Lizenz: GPLv3
 
Ihr solltet Forgejo auf den meisten geläufigen Linux-Distributionen installieren können. Als Plattform eignet sich alles Mögliche, angefangen vom Raspberry Pi, über VMs bis zum ausgewachsenen Server. Ihr habt außerdem die freie Wahl, ob ihr die Softwareschmiede als Binary ausführt oder verpackt in einem (Docker-)Container.  
 
Wenn ihr Forgejo nur alleine oder mit einem kleinen Team nutzt, dann genügt die integrierte SQLite-Datenbank, für anspruchsvollere Setups müsst ihr Forgejo allerdings mit einer Datenbank wie MySQL/MariaDB oder PostgreSQL verdrahten.
Screenshot des Installationsassistenten von Forgejo.
Bei dem ersten Aufrufen der Forgejo-Instanz begrüßt einen der Installationsassistent. (Bild: Niklas Dierking / heise medien)
Ich habe bei meinem Testlauf Forgejo mit Docker Compose installiert und dabei diese docker-compose.yaml-Datei als Rezept genutzt:
networks: 
forgejo: 
external: false 
 
services: 
server: 
image: codeberg.org/forgejo/forgejo:14 
container_name: forgejo 
environment: 
- USER_UID=1000 
- USER_GID=1000 
restart: always 
networks: 
- forgejo 
volumes: 
- ./forgejo:/data 
- /etc/localtime:/etc/localtime:ro 
ports: 
- '3000:3000' 
- '222:22'
 
Weil ich die Schmiede nur bei mir im Heimnetzwerk nutze, habe ich mir einen Reverse-Proxy wie Traefik oder Caddy, der sich um die Transportverschlüsselung kümmert, gespart. Laufen die Container, könnt ihr eure Forgejo-Instanz im Browser unter der IP-Adresse des Systems und TCP-Port 3000 aufrufen, also unter beispielsweise http://192.168.1.100.  
 
Dort erscheint dann ein Installationsassistent, den ihr mit einigen Angaben füttern müsst, beispielsweise mit den Zugangsdaten für den Admin. Danach könnt ihr auch schon das erste Repository eröffnen und euren Code dort abkippen.  
 
Wie man es von einer modernen Softwareschmiede erwartet, bietet Forgejo deutlich mehr als einen blanken Git-Server. Es gibt Issues, Pull-Requests und Milestones, so wie man es auch von GitHub oder GitLab kennt. Ebenfalls nicht wegzudenken aus der Softwareentwicklung mit automatisierten Aktionen, die in isolierten Umgebungen ausgeführt werden, beispielsweise automatisierte Builds für CI/CD-Pipelines. Die heißen Forgejo Actions, analog zu GitHub-Actions, und sie nutzen auch die gleiche YAML-Syntax für Workflow-Dateien. Die Runner, die die Jobs ausführen, muss man aber selbst installieren. 
 
Die Entwickler:innen von Forgejo arbeiten noch daran, dass die Instanzen miteinander föderieren können, um dezentrales, föderiertes Netz von Forgejo-Instanzen zu schaffen. Dabei setzen sie wie Mastodon auf das offene Protokoll ActivityPub. Bis diese Features fertig sind, dürfte es aber noch eine ganze Weile dauern.
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Welche Codeschmiede nutzt ihr, um gemeinsam an Software zu arbeiten oder coole Open-Source-Projekte zu entdecken? Klassisch bei GitHub oder GitLab oder sind einige von euch bereits bei Codeberg unterwegs? Würde euch ein ausführlicher c't-Artikel zu Forgejo interessieren? Lasst es mich wissen, indem ihr unten auf E-Mail schreiben klickt.  
 
Bis zum nächsten Spotlight und Happy Hacking!  
 
1 https://www.heise.de/news/Linux-Torvalds-startet-Entwicklung-von-Kernel-7-0-11186156.html 
2 https://codeberg.org/explore/repos 
3 https://forgejo.org/static/forgejo.mp4
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