Die Pflichtlektüre für Freunde quelloffener Software
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Moin aus Hannover und herzlich willkommen zu einer neuen Ausgabe vom Open Source Spotlight! 🎉 Das heutige Open Source Spotlight richten wir auf ein Stückchen Infrastruktur, das in eurem Router unsichtbar vor sich hin werkelt und dank dem wir uns statt 193.99.144.80 nur heise.de merken müssen. Wir bemerken meist nicht, wenn es läuft und es erzeugt großen Frust, wenn es kaputt ist. Wahrscheinlich habt ihr es schon erraten: es geht um das Telefonbuch des Internets, das Domain Name System, kurz DNS. ☎️ | | | |
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Heute im Spotlight
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| ● | openDesk selbst hosten: Erfahrungsbericht |
| ● | Spotlight: Technitium, einfacher aber mächtiger DNS-Server | | | | | | |
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openDesk hosten im Selbstversuch | | | |
n c't 19 haben meine Kolleg:innen und ich uns in einem Schwerpunkt angeschaut, wie es um die viel beschworene Digitale Souveränität bestellt ist. Als ein Hoffnungsträger für eine quelloffene Alternative zu Microsofts 365 gilt das openDesk-Projekt vom ZenDiS (Zentrum für Digitale Souveränität der Öffentlichen Verwaltung). Es verdrahtet eine beachtliche Menge bestehender Open-Source-Projekte, um einen digitalen Arbeitsplatz im Browser zu schaffen. Dabei sind beispielsweise Nextcloud für die Dateiverwaltung, Collabora zum gemeinsamen Editieren von Dokumenten, Jitsi für Videokonferenzen, OpenProject zum Projektmanagement und Element (Matrix) als Chat.
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| Das hatte ich mir erstmal leichter vorgestellt. Zunächst war der Cluster einfach großer Kabelsalat. (Foto: Melissa Ramson / heise medien) | | | |
Die Community Edition von openDesk1 kann man auch selbst hosten und mein Job war es, das mal auszuprobieren. Das Unterfangen ist ziemlich voraussetzungsreich, denn openDesk setzt zwingend einen Kubernetes-Cluster voraus. Ich habe einen Cluster aus 3 ASRock DeskMinis gebaut. Als Distribution kam die Immutable (unveränderliche) Kubernetes-Distribution Talos zum Einsatz. Das hatte den Vorteil, dass ich den Cluster schnell und einfach in einen bekannten Ausgangszustand versetzen konnte, brachte aber auch einige Fallstricke mit sich, denn Talos brauchte beispielsweise für Longhorn als Container Storage Interface eine Reihe von Extensions.
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| Nach einigen Tragen begrüßte mich endlich das openDesk-Dashboard. (Bild: Niklas Dierking / heise medien) | | | |
Es war insgesamt ein spannendes Experiment und ich würde sagen, die Community Edition von openDesk selbst zu hosten kann sich für Organisationen lohnen, die bereits über Kubernetes Know-how und die nötige IT-Infrastruktur mitbringen. Für die meisten Anwendungsfälle kleinerer Teams reicht aber wahrscheinlich eine Nextcloud- oder OpenCloud-Instanz. Die ganze Anleitung könnt ihr bei heise+ lesen2.
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Für meine openDesk-Experimente brauchte ich auch einen DNS-Server im Testnetz, damit cert-manager automatisch TLS-Zertifikate für den Cluster beschaffen und verwalten kann. Weil unser Cluster nicht aus dem Internet erreichbar sein sollte, kam dafür die DNS-01-Challenge zum Einsatz. Dabei prüft Let's Encrypt, über den DNS-Eintrag, das einem die Domain auch wirklich gehört. Deswegen habe ich dem Cluster einen kleinen Raspi zur Seite gestellt, auf dem ich Technitium mit Docker installiert habe. | | | |
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| Die Technitium-Weboberfläche. (Screenshot: technitium.com) | | | |
Während man mit Pi-hole neben DNS-Forwarding und Blocking zwar auch eigene Records im Heimnetz auflösen kann, macht es keine echte Rekursion und ist kein vollwertiger autoritativer Server. Technitium kann dagegen öffentliche Zonen autoritativ verwalten.
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Spotlight-Steckbrief
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| ● | Entwickler:innen: Shreyas Zare und Technitium Software. |
| ● | Plattform: Windows, Linux, macOS | |
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| Ich habe Technitium auf einem Raspberry Pi mit Docker Compose installiert: | | | |
services: technitium: image: technitium/dns-server:latest container_name: technitium network_mode: host restart: unless-stopped volumes: - ./config:/etc/dns environment: - DNS_SERVER_ADMIN_PASSWORD=cttest | | | | |
Es gibt aber beispielsweise für den Raspberry Pi auch ein Installationsskript. Nach der Installation interagiert man mit Technitium über die praktische Weboberfläche. Die erreicht man im Browser unter http://192.168.1.25:5380. Statt der Beispiel-IP-Adresse müsst ihr die IP-Adresse des Raspi einsetzen. Wer nach der Zonenverwaltung auch in die Einstellungen schaut, findet bei Technitium massig Features für anspruchsvollle Nutzer: DNS-over-TLS, DNS-over-HTTPS oder DNS-over-QUIC, DNSSEC, ein DHCP-Server und Split-Horizon-Setups. Über die sogenannten "DNS-Apps", kann man auch konfigurieren, dass Antworten abhängig vom anfragenden Client gegeben werden. Eine Funktion, die ich besonders schätze, ist der Support für Clustering: mehrere Technitium-Nodes lassen sich zusammenschalten, um mehrere Nodes zentral zu verwalten und die Konfig synchron zu halten. Das ist die Basis für ein redundantes Setup. Außerdem gibt es Zwei-Faktor-Authentifizierung und Single Sign-on via OpenID Connect. Ihr müsst bei Technitium auch nicht auf das beliebte Werbeblocking á la Pi-hole3 verzichten. Über Blocklisten URLs könnt ihr Werbung und anderen unliebsamen Content netzwerkweit blockieren, vorausgesetzt, die Clients haben Technitium als DNS-Server eingetragen. Ich denke, bei mir im Homelab wird Technitium langfristig Pi-hole ablösen. | | | |
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Nehmt ihr euren DNS-Verkehr im Heimnetz selbst in die Hand? Nutzt ihr Werbeblocker wie Pi-hole oder Alternativen wie AdGuard Home? 🛡️ Könnt ihr einen DNS-Server wie Technitium gebrauchen oder ist euch das zu überdimensioniert? Lasst es mich gerne wissen, indem ihr unten auf „E-Mail schreiben“ klickt. Bis zum nächsten Spotlight und Happy Hacking!
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1 https://www.heise.de/ratgeber/openDesk-auf-einem-Kubernetes-Cluster-installieren-11381623.html 2 https://www.opendesk.eu/de 3 https://pi-hole.net/
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