Die Pflichtlektüre für Freunde quelloffener Software ‌ ‌ ‌ ‌ ‌ ‌ ‌ ‌ ‌ ‌ ‌ ‌ ‌ ‌ ‌ ‌ ‌ ‌ ‌ ‌ ‌ ‌ ‌ ‌ ‌ ‌ ‌ ‌ ‌ ‌  ‌ ‌ ‌ ‌ ‌ ‌ ‌ ‌ ‌ ‌ ‌ ‌ ‌ ‌ ‌ ‌ ‌ ‌ ‌ ‌ ‌ ‌ ‌ ‌ ‌ ‌ ‌ ‌ ‌ ‌  ‌ ‌ ‌ ‌ ‌ ‌ ‌ ‌ ‌ ‌ ‌ ‌ ‌ ‌ ‌ ‌ ‌ ‌ ‌ ‌ ‌ ‌ ‌ ‌ ‌ ‌ ‌ ‌ ‌ ‌  ‌ ‌ ‌ ‌ ‌ ‌ ‌ ‌ ‌ ‌ ‌ ‌ ‌ ‌ ‌ ‌ ‌ ‌ ‌ ‌ ‌ ‌ ‌ ‌ ‌ ‌ ‌ ‌ ‌ ‌  ‌ ‌ ‌ ‌ ‌ ‌ ‌ ‌ ‌ ‌ ‌ ‌ ‌ ‌ ‌ ‌ ‌ ‌ ‌ ‌ ‌ ‌ ‌ ‌ ‌ ‌ ‌ ‌ ‌ ‌
Im Browser lesen | 01.11.2026
Hello aus Hannover und willkommen zur heutigen Ausgabe des Open Source Spotlight! Legt das Messer und den Kürbis ruhig zur Seite, denn wir haben wieder ein cooles Open-Source-Projekt im Gepäck, das ihr vielleicht auch ungeheuer (was für eine Halloween-Überleitung! 🎃) praktisch findet!  
 
Vielleicht kennt ihr diese Situation ja auch: Das Smartphone liefert Fotos in einem Format, das der alte digitale Bilderrahmen nicht verdauen kann, das Video vom Familienfest ist zu groß, um es mit dem Messenger zu verschicken, oder aus dem Word-Dokument muss jetzt ganz schnell ein PDF werden. Wenn es wirklich flott gehen muss, ist die Versuchung groß, schnell einen dieser dubiosen Online-Konverter zu ergoogeln, bei denen eigentlich niemand weiß, wo ihre Server stehen oder was mit den Daten dort passiert. Das mag bei der einen oder anderen Datei egal sein, bei Rechnungen oder privaten Fotos sicher nicht. 
  
Ich zeige euch heute ein Tool, das unzählige Formate unterstützt und in wenigen Minuten aufgesetzt ist. 🚀 
  
Notiz am Rand: Am 28. und 29. Oktober waren Keywan und ich auf der Public IT, der c’t-Konferenz für den öffentlichen Sektor1, und haben dort einige Leser:innen des Spotlights getroffen! Das hat uns sehr gefreut, und an dieser Stelle noch mal ganz liebe Grüße! 😊 
 
Jetzt aber zum Spotlight! 🔦
Profilfoto von Niklas, Mann mit braunen Haaren und Brille
Niklas Dierking 
Redaktion c't 
ndi@ct.de
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Heute im Spotlight 

●News: Linux-Kernel 7.3
●Spotlight: Dateien umwandeln mit ConvertX
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News: Linux 7.3 veröffentlicht

Neulich ist der Linux-Kernel 7.3 erschienen. 🐧 Oliver Müller hat sich die Neuerungen für heise online genauer angesehen2: Im Fokus stehen Leistung und Optimierung. Profitieren dürften unter anderem Gamer mit schwächeren Grafikkarten. Eine erweiterte VRAM-Verwaltung auf Basis von Device Memory Control Groups (dmemcg) schützt wichtige Anwendungen (etwa Spiele) davor, aus dem Grafikspeicher verdrängt zu werden. Das soll Nachladeruckler besonders auf Systemen mit 8 GByte VRAM oder weniger reduzieren. Davon haben vorerst vor allem die Treiber für AMD- und Intel-GPUs etwas. 
  
Der Fair-Scheduler arbeitet jetzt mit einer flachen Runqueue und bringt vier neue Gewichtungsmodi für cgroups mit, zwischen denen man zur Laufzeit wechseln kann. Btrfs erreicht bei Direct I/O in einem Test rund 95 statt 50 Prozent des theoretischen Durchsatzes, und auch das Dateisystem ext4 wird flotter. Für Mac-Nutzer mit Homelab interessant: Der im Kernel integrierte SMB3-Server ksmbd taugt nun als Ziel für Time-Machine-Backups, allerdings muss man die Funktion explizit einschalten. Gleichzeitig kündigt sich das Aus für einige alte 32-Bit-ARM-Plattformen an, darunter die Compaq-iPAQ-PDAs und Nokias Internet-Tablets N800 und N810. Gestrichen werden sie aber erst mit Linux 7.5, im LTS-Kernel 7.4 bleiben sie noch erhalten.

Spotlight: ConvertX

ConvertX ist ein Dateikonverter, den man selbst hosten kann und bequem im Browser bedient. Das Projekt stammt vom Entwickler C4illin, ist seit Mai 2024 auf GitHub und hat dort inzwischen über 19.000 Sterne gesammelt. Erst vor wenigen Tagen, am 28. Oktober, ist Version 0.20.0 erschienen. Geschrieben ist ConvertX in TypeScript, als Laufzeitumgebung dient Bun. 
  
ConvertX ist eine unspektakuläre Anwendung im besten Sinne. Es macht genau eine Sache, und die gut: Dateien im Browser in andere Formate umwandeln. Dafür erfindet es das Rad nicht neu, sondern bündelt bewährte Open-Source-Werkzeuge wie ImageMagick für Bilder oder FFmpeg für Audio- und Videodateien. Dazu kommen spezielle Anwendungen wie Inkscape für Vektorgrafiken oder Assimp für 3D-Modelle. 
  
Im Alltag heißt das: Datei im Browser hochladen, Zielformat auswählen, fertig. Ihr könnt auch mehrere Dateien auf einmal umwandeln, ein Verlauf listet frühere Konvertierungen auf. Mehrere Benutzerkonten unterstützt ConvertX ebenfalls, sodass sich etwa die ganze Familie eine Instanz teilen kann. Ich benutze ConvertX noch nicht so lange, habe bislang aber kein Format gefunden, das es nicht umwandeln konnte.
ConvertX ist ein Dateiumwandler im Browser ohne Schnickschack.
ConvertX ist ein Dateiumwandler im Browser ohne Schnickschack. (Bild: Niklas Dierking / heise medien)
Spotlight-Steckbrief  
  
● Name: ConvertX 
● GitHub: https://github.com/C4illin/ConvertX3 
● Entwickler:innen: Emrik Östling und weitere 
● Plattform: Linux (Docker) 
● Lizenz: AGPL-3.0. 
 
 
Am schnellsten bekommt ihr ConvertX mit Docker Compose zum Laufen. Eine docker-compose.yaml-Datei könnte etwa so aussehen: 
services: 
convertx: 
image: ghcr.io/c4illin/convertx 
container_name: convertx 
restart: unless-stopped 
ports: 
- "3000:3000" 
environment: 
- JWT_SECRET= 
- HTTP_ALLOWED=true 
volumes: 
- ./data:/app/data
 
Mit docker compose up -d startet der Container, und ihr erreicht ConvertX unter der URL http://192.168.0.167:3000. Die IP-Adresse müsst ihr durch die des Systems ersetzen, auf dem ihr ConvertX ausführt. Weil so viele Konverter im Image stecken, kann der Download ein bisschen dauern. 
 
Zwei Dinge solltet ihr unbedingt beachten. Erstens: Das erste Konto, das auf der Seite angelegt wird, wird zum Hauptkonto und das kann jeder, der die Seite erreicht. Legt euren Account also an, bevor ihr ConvertX irgendwo anders als im Heimnetz erreichbar macht. Weitere Registrierungen sind standardmäßig abgeschaltet und lassen sich mit der Umgebungsvariable ACCOUNT_REGISTRATION=true freigeben.  
 
Zweitens: Die Option HTTP_ALLOWED=true braucht ihr, wenn ihr ConvertX ohne HTTPS im lokalen Netz nutzt, sonst klappt die Anmeldung nicht. Wer den Dienst über einen Reverse-Proxy wie Caddy oder Traefik mit TLS-Zertifikat bereitstellt, lässt die Zeile weg.
Aus JPEG mach PDF. Für ConvertX eine der leichtesten Übungen.
Beruhigend für alle, die auch sensible Dokumente umwandeln: ConvertX räumt von selbst auf. Standardmäßig löscht es hochgeladene und konvertierte Dateien nach 24 Stunden. Über die Variable AUTO_DELETE_EVERY_N_HOURS lässt sich der Zeitraum anpassen, mit AUTO_DELETE_EVERY_N_HOURS=1 etwa auf eine Stunde. Setzt ihr den Wert auf 0, schaltet ihr das automatische Löschen ab. Mit HIDE_HISTORY=true blendet ihr den Verlauf aus.
Aus JPEG mach PDF. Für ConvertX eine der leichtesten Übungen.
ConvertX bringt auch eine History eurer Umwandlungen. Das lässt sich aber auch abschalten. (Bild: Niklas Dierking / heise medien)
 
Für Fortgeschrittene gibt es noch ein paar nützliche Stellschrauben. Über FFMPEG_ARGS reicht ihr FFmpeg zusätzliche Parameter durch, etwa  
-hwaccel vaapi, um Videos per Hardwarebeschleunigung der Grafikeinheit umzuwandeln. Mit MAX_CONVERT_PROCESS begrenzt ihr die Zahl gleichzeitiger Umwandlungen, damit ein schmalbrüstiger Heimserver nicht in die Knie geht. Alle Optionen sind im GitHub-Repository des Projekts dokumentiert.
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Hand aufs Herz: Habt ihr schon mal eine Datei in so einen Online-Konverter geworfen? Welche Dateien müsst ihr häufiger umwandeln, und wie macht ihr das? Lasst es mich gerne wissen, indem ihr unten auf „E-Mail schreiben“ klickt. 
 
Bis zum nächsten Spotlight und Happy Hacking!  
 
1 https://public-it.de/ 
2 https://www.heise.de/news/Linux-7-3-verbessert-Dateisysteme-und-Scheduling-11494072.html?seite=all 
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